Hier sammeln wir für Sie Informationen über relevante Studien zum Thema Männliches und weibliches Prinzip, Unterschiede in Denken und Verhalten, Ursachen der Wirtschaftskrise aus Gendersicht etc. Wenn Sie solche Studien kennen, bitte schicken Sie sie uns, dann werden wir sie hier veröffentlichen, an: ideen@frauen-retten-die-welt.de
Führen Frauen wirklich anders? Und haben Unternehmen etwas davon, wenn sie Frauen in entscheidenden Positionen haben? Diese Fragen hat das Beratungsunternehmen McKinsey 2007 in der Studie "Women Matter" untersucht. Hier ein Video über die Ergebnisse.
Für eine Studie haben Forscher der Harvard University, Stockholm School of Economics sowie weiteren Universitäten 98 männlichen Versuchspersonen jede Menge Spielgeld in die Hand gedrückt für ein Investitionsspiel: Dabei konnte Geld gewonnen, aber natürlich auch verloren werden.
Im Laufe der Studie zeichnete sich schnell ab, dass Männer mit einer hohen Testosteron-Konzentration im Blut eher bereit waren, ein Risiko einzugehen und Warnungen leichter in den Wind schlugen. Diese Verhaltensweise schlug sich auch statistisch nieder: Ein 30 Prozent höherer Testosteronspiegel führte zu höheren Investitionen von 10 Prozent im Vergleich zu den anderen Studienteilnehmern.
Der Körper schüttet Testosteron verstärkt in Stresssituationen wie beispielsweise einem Wettkampf aus. Das Hormon erhöht außerdem Libido, Leistungsfähigkeit und Aggressivität. Gemutmaßt wird außerdem, dass die berufliche Beschäftigung mit der Börse durch den ständig vorherrschenden Wettbewerbsdruck den Testosteronspiegel dauerhaft anhebt – zumindest solange, wie der Rubel rollt. Eine wissenschaftliche Bestätigung für diese These fällt jedoch bislang.
Wenn es hart auf hart kommt und es an der Börse rauf und runter geht, dann übernehmen laut Studienergebnis also auch bei den abgebrühtesten Tradern häufig die Hormone das Ruder und verleiten zu riskanten Entscheidungen ohne Weitblick. Anna Dreber, eine der Autorinnen der Studie bricht deshalb eine Lanze für Frauen in der Finanzwelt:
Durch die niedrigeren Testosteronwerte soll auch die Risikofreude geringer sein; außerdem käme es bei Frauen seltener zu einem irrationalen Verhalten mit erhöhtem Risiko, was wiederum zu niedrigeren Gewinnen führt. Hätte sich die Finanzkrise also abwenden lassen, wenn mehr Frauen als Trader aktiv wären? Oder handelt es dich dabei eher um einen Versuch, die Finanzkrise mit wissenschaftlichen Argumenten zu erklären? Was meinen Sie?
Gesehen auf: www.azurblau.de